Orgone Biophysical Research Lab

Ashland, Oregon, USA

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Offene Kritik #1
James DeMeo, Ph.D.



englisch

Offene Kritik #1

by James DeMeo, Ph.D.

Translation to German made by Dasa Brückner, Berlin.


Note: In the years since this Open Critique was made public, I have been able to better confirm many of Dr. Reich's orgone accumulator experiments with a high level of statistical significance and in a manner which completely eliminates any doubt about the reality of the effects. A listing of my published research papers, some of which are available as PDF downloads, is given on my Academia.edu webpage:
https://orgonelab.academia.edu/JamesDeMeo

Significantly, I have been able to fully confirm the To-T experiment of Reich using electronic thermometers in a special thermal shelter at our new Greensprings Center facility in rural Oregon. Certain aspects of the Geiger-Muller reaction to concentrated orgone energy are also now firmly demonstrated. These are in addition to many other experimental confirmations, across the board, by others, citations for which are gathered into my online Bibliography on Orgonomy. Consequently, if I was to write this Open Critique article today, some of my ideas would be even more sharply critical, giving more specific references to these newer publications. For example, it took nearly two years of work at my laboratory on the To-T problem alone before the observed positive result were sufficiently controlled so as to take into account all known classical thermodynamic objections. A lot of time was invested to create thermally-balanced control and orgone-accumulator enclosures, and to create a thermal shelter with minimum thermal gradients from one side of the structure to the other. My experiments and results therefore do not resemble in any manner the too-quick, scientifically sub-standard and unprofessional efforts undertaken by Mr. Harrer. One could hardly imagine a university student devoting only a few weeks or months to experimental work on some critical classically-recognized phenomenon, such as the dark matter, neutrinos or precise gravimetric measurements, and then throwing up his hands and proclaiming that the phenomenon "did not exist" -- but somehow this is condsidered "acceptable conduct" with respect to Reich's controversial findings on the orgone energy. It is not acceptable, however. Mr. Harrer has since gone on to express his skepticism about Reich's work in public, on many occasions, fully based upon his flawed experiments. You can review Mr. Harrer's opinions here and here, and probably elsewhere on internet. Note that he provides no citations to my published books and articles presenting experimental verifications and replications of Reich's experiments, in spite of specifically targeting me in his revenge-attacks, apparently for my daring to have made this report public. Also see the Postscript materials at the end of this article.)


MEMORANDUM

An die Wilhelm-Reich-Gesellschaft 26. Mai 1994

Mehrere meiner deutschen Bekannten haben mich um eine Stellungnahme zu Bernhard Harrers Kritik an Reich gebeten,* die kürzlich auf der Jahrestagung der Wilhelm-Reich-Gesellschaft (WRG) vorgestellt und im Protokoll veröffentlicht wurde. Während ich Harrers Recht verteidige, Reichs Werk einer experimentellen Überprüfung zu unterziehen, ebenso wie das Recht -- wenn nicht sogar die Verpflichtung -- der WRG, negative Versuchsergebnisse zu präsentieren, muß ich jedoch betonen, daß ich Harrers Resultate als vorläufige experimentelle Forschung betrachte, der es an Bedeutsamkeit fehlt. Ich lehne seine Schlußfolgerungen, welche jeglicher Grundlage entbehren und vom wissenschaftlichen Standpunkt aus ungerechtfertigt sind, entschieden ab. Anliegend befindet sich meine Offene Kritik zu Harrers Experimenten, die sich auf meine Funktion des stillen Beobachters seiner Arbeiten in den vergangenen Jahren gründet. Die in meiner Offenen Kritik angesprochenen Punkte erklären, warum Harrer zu solch unterschiedslos negativen Ergebnissen gelangte und seine Schlußfolgerungen daher hinfällig sind.

Wie ich bereits mit einigen Mitgliedern der Waldheilungs-Gruppe -- und früher ebenso mit Harrer -- diskutiert habe, hat er es bei seinen Experimenten in einer ganzen Reihe von Beispielen unterlassen, die von Reich beschriebenen und als notwendige Voraussetzungen bekannten ursprünglichen Versuchs- und Umgebungsbedingungen genau zu wiederholen. Auf diese Mängel wurde Harrer von mir in den letzten Jahren mehrfach hingewiesen. 1993 hat Bernd Senf Harrer zweimal aufgefordert, mich als konstruktiven Kritiker an seinen Seminaren in der Freien Universität teilnehmen zu lassen -- diese Form der Kritik ist normalerweise üblich bei wissenschaftlichen Veranstaltungen und eine große Hilfe für die Fortentwicklung ernsthafter Forschung -- aber Harrer lehnte in beiden Fällen ab. Vor kurzem (im Januar 94) lud Heiko Lassek Harrer und mich zu einem privaten Gespräch ein, "um unsere Meinungsverschiedenheiten auszuräumen", doch das Treffen hat die Differenzen nur noch verschärft. Harrer weigerte sich, zu meinen konkreten Beanstandungen seiner Versuchsmethoden Stellung zu beziehen, behauptete, "ich wüßte nicht, wovon ich spräche", und war nicht dazu zu bewegen, klärende Argumente zu liefern. Harrer ist offensichtlich überzeugt, Reichs Arbeiten korrekt und präzise nachvollzogen und dabei schwerwiegende Fehler festgestellt zu haben. Meinen Beobachtungen zufolge weisen jedoch Harrers Experimente erhebliche Mängel hinsichtlich Versuchsaufbau und -verfahren auf und entsprechen nicht den Anforderungen ernsthafter wissenschaftlicher Kritik. Er hat meine ausführlichen Ratschläge, wie seine Experimente aufgebaut werden sollten um bessere Ergebnisse zu erzielen, konsequent zurückgewiesen und in den letzten Jahren meine Vorträge zu diesen Themen gemieden. Seine öffentlichen Verbreitungen, Reich "sei ein schlechter Wissenschaftler gewesen", "Orgon existiere nicht", etc. sind unberechtigt und ohne stichhaltige wissenschaftliche Basis. Solche unverantwortlichen Darstellungen werden meiner Ansicht nach Harrer und der WRG langfristig mehr schaden als Reich.

Sollten Harrers Arbeiten jemals publiziert werden, abgesehen von kurzen Auszügen, erhebe ich Anpruch darauf, diese in englischer Übersetzung einer Überprüfung zu unterziehen, und werde meine Offene Kritik für eine Veröffentlichung in der "emotion" überarbeiten. Falls er nicht veröffentlicht, werde ich über die private Zirkulation dieses Briefes und der Offenen Kritik hinaus in dieser Angelegenheit keine weitere Zeit verschwenden. Es gibt so viel Wichtigeres zu tun, und ich mag nicht die Rolle des "orgonomischen Polizisten" spielen -- kann aber andererseits auch nicht meine Funktion als Beobachter und früherer Unterstützer Harrers ignorieren. Ich bedauere wirklich, daß er nicht bereit war, die strittigen Fragen zum Zeitpunkt seiner Forschungsarbeiten anzugehen, ebensowenig später in den Seminaren an der FU oder der Fachhochschule für Wirtschaft. Dies wären vernünftigere und hilfreichere Gelegenheiten gewesen, unsere Differenzen beizulegen. In diesem Zusammenhang bin ich zusätzlich enttäuscht darüber, daß seine Physikprofessoren an der FU und seine Förderer in der WRG nicht von ihm verlangt haben, sich um konstruktive Kritik zu bemühen. Es existiert eine bestürzende Tendenz dazu -- sowohl in den USA als auch in Deutschland -- über konkrete und greifbare Forschungsergebnisse zugunsten von "unsichtbaren Mächten", "verborgenen Viren", "anderen Dimensionen" und "Jenseits"-Erklärungen hinwegzugehen, deren zentrale Lehren niemals sachlich bewiesen worden sind. Reichs Entdeckungen der Sexualökonomie und Orgonenergie bereiten den Anhängern solcher Theorien schlichtweg Unbehagen. Und nahezu jeder Wissenschaftler, der auf dem Nachweis der entscheidenden Aussagen eines Lehrsatzes besteht, wird heutzutage isoliert und angegriffen. Dies ist ein beträchtliches gesellschaftliches Problem, welches nicht nur die Orgonomie trifft, sondern jeden Bereich in Wissenschaft und Medizin.


James DeMeo


* siehe Begleitband zum Buch: "Über Wilhelm Reichs Oranur-Experiment (I)" Bernard Harrer und Christian Rudolph, Verlag Zweitausendeins, 1997.




Offene Kritik #1

Stellungnahme zu Bernhard Harrers Kritik an Reichs Forschungen:
Persönliche Beobachtungen


James DeMeo, Ph.D.
Director of Research
Orgone Biophysical Research Lab
PO Box 1148, Ashland, Oregon 97520 USA

May 1994


Einleitung


Innerhalb der letzten Jahre hat Herr Bernhard Harrer, Student an der Berliner Freien Universität (FU), eine Reihe von Experimenten in der Absicht unternommen, die biophysikalischen Entdeckungen Wilhelm Reichs nachzuvollziehen. Diese Arbeiten waren, wie ich gehört habe, Teil des Forschungsprogramms für seinen Diplomabschluß und wurden finanziell und anderweitig von der Wilhelm-Reich-Gesellschaft (WRG) sowie einiger ihrer Mitglieder unterstützt. Das öffentliche Interesse an Reichs biophysikalischen Forschungen ist in Deutschland in den achtziger und neunziger Jahren gewachsen und hat die Aufmerksamkeit akademischer Kreise in einem Umfang erregt, daß derartige Untersuchungen offen ermöglicht und sogar gefördert werden. Im Laufe des Jahres 1993 begann Harrer kurz vor und nach Abschluß seiner Arbeiten in einer Serie öffentlicher Darstellungen zu behaupten, daß

1) er nicht in der Lage gewesen sei, die in seinen Augen wesentlichen biophysikalischen Experimente Reichs schlüssig zu wiederholen,

2) ausgehend von seinen eigenen negativen Ergebnissen, Reich daher bei der Durchführung seiner Studien zur Orgonenergie entscheidende Fehler gemacht haben müsse und bekannte physikalische Phänomene mißdeutet habe,

3) Reich seiner Meinung nach nicht länger als ernsthafter Naturwissenschaftler betrachtet werden sollte, sondern höchstens als "Naturphilosoph".


Im Mai 94 präsentierte Harrer seine Resultate auf der Jahrestagung der WRG unter dem Titel "Arbeitsergebnisse von 3 Jahren Projektgruppe Orgon-Biophysik". Seine Schlußfolgerungen wurden zusammengefaßt im Tagungsprotokoll veröffentlicht. Diese abschließende Stellungnahme umfaßte die oben bereits aufgezählten Punkte sowie die folgenden zusätzlichen Aussagen:

4) Orgonenergie existiert nicht als eine physikalische Realität, sondern bestenfalls als spirituelles oder philosophisches Konzept, das die physikalische Realität indirekt beeinflussen könnte.

5) Reich war nicht kompetent in Physik.

6) Orgonomischer Funktionalismus ist eine armselige und unzulängliche Denkmethode.

7) Jedes Experiment von Reich hat sich als falsch erwiesen bzw. kann leicht als Irrtum erklärt werden.

8) Quantum-elektrodynamische Theorien, wie z.B. diejenige von Burkhard Heim, welche die Existenz unsichtbarer und unbewiesener "anderer Dimensionen der Realität" erfordern, wurden als Alternativen zur Orgonenergie vorgeschlagen, um die Funktionsweise von Reichs Orgonakkumulator und Cloudbuster zu erklären.

Inoffiziell habe ich erfahren, daß eine ausführliche Abhandlung mit Einzelheiten über diese Arbeiten von Harrer oder der WRG herausgebracht werden soll. Die jüngsten Ereignisse, die öffentliche Präsentation und die Pläne für die Weiterverbreitung haben mich zum Verfassen dieses Dokumentes veranlaßt. In diesem Zusammenhang sollte ich kurz darlegen, wie ich Herrn Harrer kennengelernt habe und warum meine Beobachtungen zu seiner Vorgehensweise relevant genug sind, diese Niederschrift zu rechtfertigen.

1989 nahmen Heiko Lassek und Prof. Dr. Bernd Senf aus Berlin -- beide hatten bereits ein langjähriges Interesse an Reichs Werk -- mit mir Kontakt auf und baten mich, die Leitung einer Gruppe zu übernehmen, welche sich schwerpunktmäßig mit der Problematik des Waldsterbens in Deutschland befassen sollte. Seit 1990 bin ich daher ungefähr dreimal pro Jahr nach Berlin gereist, um konkrete Feldversuche und Studien der Atmosphäre zu leiten, und habe zusätzlich sowohl öffentliche als auch private Vorträge und Workshops zu diversen Themen im Bereich der Sexualökonomie und der Orgonbiophysik gehalten. Eine gesonderte "Waldheilungs-Gruppe" wurde gegründet, völlig unabhängig von der WRG, wenn auch einige der Teilnehmer gleichzeitig Mitglied der WRG waren. Weitere kamen aus Österreich und aus der Schweiz hinzu. Dieser Kreis bestand aus Medizinern, Physikern, Naturschützern und Studenten unterschiedlicher Fachgebiete, doch jeder besaß mehr oder weniger langfristige Erfahrungen in der Beschäftigung mit Reichs Werk. Harrer schloß sich der Gruppe kurz nach ihrer Gründung an und trug auf verschiedene Weise, z.B. durch Ausleihen von Ausrüstung und Beschaffen von Wetterdaten, positiv zur praktischen Feldforschung bei. Zu dieser Zeit war er ein Schüler von Dr. med. Dorothea und Manfred Fuckert, Leiter des "Zentrums für Orgonomie" in Eberbach, das sich der Anwendung und Verbreitung von Reichs Entdeckungen widmet. Harrer zog schließlich nach Berlin, um dort zu studieren, und begann mit den Berliner Reichianern eng zusammenzuarbeiten. In diesem Kontext habe ich in den darauffolgenden Jahren die Entwicklung seiner experimentellen Arbeiten beobachtet. Anfangs hat mich Harrer auch aktiv zu Rate gezogen und an vielen meiner Vorlesungen und Workshops teilgenommen. Im Verlauf des Jahres 1993 jedoch bereiteten ihm meine Beanstandungen seiner Vorgehensweise, die meiner Ansicht nach hinreichende Kontrollversuche sowie die Beachtung der für die angemessene Durchführung der empfindlichen Orgonexperimente notwendigen Umgebungsbedingungen vermissen ließ, zunehmend Unbehagen. Die Mängel waren derart gravierend, daß es nicht überraschend war, hinterher von seinen negativen Ergebnissen zu erfahren, denen ich keinerlei wissenschaftliche Bedeutung beimesse.

Als eine persönlichere Anmerkung möchte ich feststellen, daß ich 1993 und 94 bei mehreren Gelegenheiten versucht habe, Herrn Harrer auf die bedenklichen Einzelheiten hinzuweisen. Er hatte seine negativen Resultate in öffentlichen Veranstaltungen an der FU verbreitet, was eine Kontroverse unter den an Reich interessierten Studenten auslöste. Keiner der Beteiligten schien allerdings in der Lage zu sein, eine konkrete Bewertung der maßgeblichen Details von Harrers Versuchen vorzunehmen -- ein Menge hitziger Argumente flog hin und her, aber nichts im Hinblick auf eine konstruktive Beurteilung. In zwei Fällen schlug Prof. Bernd Senf Harrer vor, mich als Kritiker zu seinen studentischen Seminaren zu bitten (dies ist üblich bei wissenschaftlichen Zusammenkünften, wo Forschungsergebnisse präsentiert werden), Harrer lehnte beidesmal ab. 1993 lud mich Heiko Lassek bei einer Gelegenheit ein, an einer Versammlung der WRG teilzunehmen, auf der Harrer die negativen Ergebnisse eines seiner Experimente -- desjenigen zur Temperaturdifferenz im Orgonakkumulator (To-T) -- vorstellte; ich äußerte bei diesem Anlaß entsprechende Einwände, die jedoch offensichtlich nicht willkommen waren. Später, im Januar 94, nachdem Lassek Harrer und mir vorgeschlagen hatte, "uns zusammenzusetzen und unsere Meinungsverschiedenheiten auszuräumen", habe ich Harrer eingehende Fragen zu seinem Versuchsaufbau gestellt. Er war jedoch entweder nicht imstande oder nicht willens, diese zu beantworten, und weigerte sich stattdessen in für mein Empfinden ziemlich arroganter Art und Weise, das Thema überhaupt zu diskutieren, indem er mir unterstellte, "ich wüßte nicht, wovon ich spräche".

Seine öffentliche Diskreditierung Reichs hat er gleichwohl fortgesetzt, und es erscheint mir nun, daß mein diesbezügliches Stillschweigen mißdeutet werden könnte, als besäße meine Kritik nicht wirklich eine vernünftige Grundlage oder als würde ich sein Handeln gar gutheißen. Dieses Schriftstück habe ich daher verfaßt, um Reichs Lebenswerk gegen eine nach meinem Dafürhalten irrationale Attacke zu verteidigen.

Harrer muß nun entweder seine öffentlichen Angriffe gegen Reichs Forschungen beenden oder sich meiner Kritik stellen und sie sachlich widerlegen. In dem unwahrscheinlichen Fall, Harrer sollte hierauf reagieren und beweisen, daß er meine Beanstandungen tatsächlich berücksichtigt hat, würde ich mich ohne Zögern öffentlich bei ihm entschuldigen -- doch dann sollte er sich fragen, warum er sich bis jetzt einer konstruktiven Auseinandersetzung derart beharrlich widersetzt hat.

 

Wesen und Bedeutung ernsthafter Kritik


In der Wissenschaft erfordert die wirksame Überprüfung eines neuen Phänomens, welches sich im Experiment unter einzigartigen Beobachtungsbedingungen offenbart hat, die exakte Wiederholung des entsprechenden Versuchs mitsamt seinen Voraussetzungen. Der Nachvollzug muß in einer Art und Weise erfolgen, die den ursprünglichen Verhältnissen, wie sie im Versuchsprotokoll beschrieben werden, so weit wie möglich nahekommt. Dies gilt im besonderen Maße für diejenigen Faktoren, welche vom Entdecker als wesentliche Merkmale des neuartigen Phänomens bezeichnet wurden. Die Bedeutung ernsthafter Kritik zeigt sich, wenn ein neues Theoriegebäude entscheidend zur Identifizierung jener außergewöhlichen Erscheinung beigetragen hat. Sie setzt voraus, daß das Phänomen sowohl innerhalb der Rahmenbedingungen der neuen Theorie als auch gleichzeitig unter Berücksichtigung der bisher bekannten Gesetzmäßigkeiten beurteilt wird. Reich hat dieses Problem anhand von Beispielen wie "Man kann die elektrische Glühbirne nicht auf der Grundlage von Gaslaternen verstehen" oder "Der elektrische Motor läßt sich nicht mit Hilfe der Theorie von Dampfmaschinen erklären" eingehend diskutiert. Ich werde diese Erwägungen im folgenden bei der konkreten Erörterung von Harrers Versuchen und Schlußfolgerungen weiter ausführen.

Abgesehen von Harrers Experimenten gibt es des weiteren den Gesichtspunkt der Verfahrensweise, welche von einem Wissenschaftler erwartet wird, der bei einem wichtigen Versuch eines anderen Forschers ein negatives Ergebnis erzielt hat. Selbstkritik und strenge Beurteilung der experimentellen Methodik durch andere erfahrene Wissenschaftler sind die obligatorischen ersten Schritte, bevor irgendwelche Schlüsse gezogen werden; vor allen Dingen, wenn es sich um eine solch subtile Erscheinung handelt wie das Orgon. Ein ehrliches und vernünftiges Vorgehen besteht darin, sich um konstruktive Kritik zu bemühen und sie miteinzubeziehen; sie zu meiden ist unaufrichtig und irrational. Vorschnelle Schlußfolgerungen können zu einem Desaster führen, insbesondere dann, wenn jemand nichts Eiligeres zu tun hat, als äußerst vorläufige Ergebnisse öffentlich als "endgültig" zu präsentieren. Wichtige Beobachtungen und Entdeckungen könnten dadurch irrtümlich verworfen und ganze Gruppen von Forschern in unproduktive und falsche Richtungen gelenkt werden.

Wie hier gezeigt werden wird, entsprechen Harrers Experimente in mehrerlei Hinsicht nicht den Anforderungen, einschließlich derer, die an effektive und ernstzunehmende Kritik zu stellen sind. Reichs eigene Protokolle wurden vielfach ignoriert und er selbst lediglich aus der Sicht der klassischen Physik beurteilt, welche die für eine erfolgreiche Durchführung der Orgonexperimente erforderlichen Parameter nicht anerkennt und nicht berücksichtigt.

 

Die Notwendigkeit energetisch sauberer und hochgelegener Umgebung mit niedriger Luftfeuchtigkeit für bestimmte Orgonexperimente


Ich möchte mit einer allgemeinen Frage beginnen, die sich mir bereits 1989 bei meinem ersten Besuch Berlins aufdrängte: In welchem Ausmaß beeinflussen die teilweise erheblichen atmosphärischen Dor-Verhältnisse, die oft hohe Luftfeuchtigkeit und die niedrige Höhe der Berliner Region (ca. 30 - 40 Meter ü.d.M.) empfindliche Orgonexperimente, die in der Stadt durchgeführt werden? Hersteller und Anwender von Orgonakkumulatoren, darunter auch Mediziner, haben bei der Nutzung des Akkumulators keine besonderen Probleme festgestellt, aber meines Wissens hat sich bisher niemand mit den komplizierteren und anfälligeren Versuchen zur Orgonenergie beschäftigt. Harrer scheint hier der Erste in Berlin zu sein.

Im Gegensatz dazu fanden die meisten der Reichschen Orgonexperimente in seinem Laboratorium in Rangeley, Maine statt, das in einer Umgebung mit ausgedehnten Wäldern, niedriger Luftfeuchtigkeit und in einer Höhe von ca. 450 Metern stand. Reich war der Meinung, daß die Höhenlage eine wesentliche Voraussetzung dafür sei, bei den Experimenten die beobachteten Resultate zu erzielen. Die Orgonenergie ist lebhafter, beweglicher und angeregter in großen Höhen, und nach Aussage Reichs ermöglichte dies auch eine stärkere Aufladung der Orgonakkumulatoren. Atmosphärisches Dor war zudem vermindert, verglichen mit niedrigeren Lagen, da sich Rangeley die meiste Zeit über oberhalb der Dor-Schichten befand.

Reich ist nicht der einzige gewesen, der die Bedeutung derartiger Faktoren für den erfolgreichen Nachweis subtiler und ungewöhnlicher energetischer Vorgänge in der Natur betont hat. Giorgio Piccardi fiel auf, daß seine Akkumulator-ähnlichen, mit Metall abgeschirmten Behältnisse in großen Höhen und in Jahren mit gehäufter Sonnenfleckenaktivität verstärkte Ergebnisse bei seinen chemischen Tests lieferten. Dayton Millers Interferometer maß den dynamischen Äther in seiner intensivsten Ausprägung erst, nachdem er das Instrument auf einem Berggipfel aufgebaut hatte. Selbst Louis Pasteur mußte sich hoch ins Gebirge begeben, um sich über bestimmte Aspekte seines Theoriengebäudes Klarheit zu verschaffen. Und jeder, der die Arbeiten dieser Forscher -- oder Wilhelm Reichs -- präzise nachvollziehen möchte, hat nach ihrem Beispiel vorzugehen. John Ott und andere Wissenschaftler, einschließlich jener Physiker, die nach dem sich ihnen immer wieder entziehenden Neutrino suchen, verlagerten andererseits ihre Versuche tief unter die Erde, z.B. in Minen, um das Objekt ihres Interesses zu finden. Lage und Standort sind jedenfalls für die Experimente entscheidend, und man darf diese wesentlichen Faktoren beim Versuchsaufbau nicht einfach vernachlässigen oder ignorieren. Gleiches gilt für die Frage der energetischen Qualität bewaldeter Regionen wie Rangeley, verglichen mit großen Städten wie Berlin. Sogar die Baubiologen bestehen darauf, daß "ein Holzhäuschen im Grünen" das erforderliche und vorzuziehende Modell einer Behausung darstellt, falls man in einer sauberen Umgebung ohne umweltverseuchende Einflüsse wie beispielsweise Feldwirkungen von Stromleitungen oder belastende "Erdstrahlen" leben möchte.

Ein weiterer bedeutender Umstand, der Orgonexperimente beeinflussen könnte, ist das Vorhandensein eines nuklearen Versuchsreaktors an der FU. Ferner gibt es Kraftwerke in einer Entfernung von 25 bis 50 Kilometern um Berlin. Selbst wenn diese Reaktoren stillgelegt würden, wäre aufgrund des eingelagerten radioaktiven Materials mit einem störenden orgonotischen Einfluß zu rechnen. Sogar die klassische Physik erwartet aus ihrer Perspektive einen meßbaren (und zu berechnenden) Neutrino- oder Anti-Neutrinofluß im Umfeld eines Nuklearreaktors. Die Forschungen von Reichelt und Petkau im Rahmen anerkannter Wissenschaft über die Auswirkungen radioaktiver Niedrigstrahlung auf das Waldsterben weisen ebenfalls auf die erheblich lebensfeindlichen Einflüsse von nahegelegenen Kernkraftwerken hin.

Wurden all diese Faktoren bei der Auswahl der Örtlichkeit für Harrers Experimente berücksichtigt? Ich fürchte, nein. Ich habe Verständnis dafür, daß ein Student, der an der FU Vorlesungen zu besuchen hat und seinen Abschluß vorbereitet, nicht über genügend Zeit und Mittel verfügt, ständig zwischen Berlin und den Gebirgsgegenden Süddeutschlands hin- und herzupendeln, um die Versuche in einer geeigneteren Umgebung durchzuführen -- aber ich habe eher den Eindruck gewonnen, daß Harrer keinen der beschriebenen Umstände als eine mögliche Erklärung für sein Scheitern in Betracht zieht. Und dieses Problem kann nicht als Rechtfertigung vorgeschoben werden. Man darf die geschilderten Bedingungen nicht einfach ignorieren.


DIE EXPERIMENTE

Im folgenden werden einige der bedeutenderen Experimente Herrn Harrers untersucht. In jedem Abschnitt vermittle ich zunächst einen kurzen Überblick über Reichs Entdeckungen und erläutere meine eigenen Erfahrungen zum jeweiligen Thema, welche die Grundlage meiner entsprechenden Beurteilungen bilden.


Die bioelektrischen Experimente

Reichs Beobachtungen und Methoden zur Bioelektrizität


Wilhelm Reich betrieb seine grundlegenden Studien zur Bioelektrizität in den dreißiger Jahren in Norwegen unter Verwendung eines speziell angefertigten Voltmeters aus Vakuumröhren, das in der Lage war, Millivolt zu messen, und eine Eingangsimpedanz von mindestens zehn Megaohm besaß. Das Instrument war an einen elektromagnetischen Oszillographen angeschlossen, der die gemessene Spannung mittels eines Lichtstrahls auf Papier festhielt. Dies erlaubte die Aufzeichnung auch besonders schneller Schwankungen in den Messungen. Der Schwerpunkt der Untersuchungen betraf die bioelektrischen Beziehungen zu klinisch beobachteten Unterschieden von Stadien emotioneller und/oder sexueller Erregung, wie z.B. Lustgefühle im Gegensatz zu Angst oder das Phänomen der Strömungsempfindungen ("vegetative Strömungen"). Reich führte zudem eine Reihe von Kontrollexperimenten durch, um mechanische und künstliche Effekte auszuschließen.

Ein wesentliches Merkmal, das in diesen Messungen auftrat, war das Vorhandensein sogenannter "wandernder Potentiale" -- ein langsames Ansteigen und Abfallen der Hautoberflächenladung, welchem der Puls des Herzschlags aufgesetzt ist. Soweit ich das aus seinen Veröffentlichungen rekonstruieren kann, hat Reich für die Messungen zwei Elektroden verwendet. Später zitierte er dann in diesem Zusammenhang die Arbeiten von Northrop und Burr, zwei amerikanischen Wissenschaftlern, die ebenfalls Millivoltmeter aus Vakuumröhren mit hoher Impedanz benutzten, um in ähnlicher Art und Weise wie Reich (jedoch ohne Berücksichtigung von Sexualität und Gefühlen) die Bioelektrizität von Menschen, Tieren und der umgebenden Natur zu messen. Nach Jahren der Forschung war Burr von der Existenz "elektrodynamischer Felder" in der Natur überzeugt, deren Charakteristika Reichs Orgonenergie sehr nahekamen. Burr maß außerdem elektrische Erscheinungsformen der Umwelt, die Reich in seinen Schriften vorausgesagt hatte, wie beispielsweise allgegenwärtige und nicht abzuschirmende kosmische und meteorologische Effekte. Burr empfahl für derartige Studien ausdrücklich ein Vakuumröhren-Millivoltmeter des Typs HP-412-A von Hewlett-Packard.

Meine Beobachtungen zur Bioelektrizität

Meine eigenen Untersuchungen bioelektrischer Phänomene habe ich über mehrere Jahre hinweg in den frühen Siebzigern unternommen, wobei ich das von Burr empfohlene HP-412-A mit einem daran angeschlossenen servomechanischen Kompensationsschreiber verwendete. Der Schwerpunkt meiner Studien lag auf dem allgemeinen Nachvollzug einiger der Entdeckungen von Reich und Burr und erweiterte sich schließlich auf das Erfassen biologischer Reaktionsmuster infolge von Umwelteinflüssen wie z.B. elektromagnetischer Niedrigstrahlung. Diese Arbeiten sind nie veröffentlicht worden; allerdings habe ich ein paar meiner Ergebnisse in Vorträgen vorgestellt, hauptsächlich die Auswirkungen von Oranur -- gereiztes, übererregtes Orgon, verursacht durch Leuchtstoffröhren, Fernsehgeräte, Computer, usw. -- auf das Pflanzenwachstum. Während meiner Untersuchungen empfand ich es als ziemlich einfach, wandernde Potentiale, Veränderungen im natürlichen Energieniveau der Umgebung, Oranur-Erregungen und verschiedenste physiologische Reaktionen beim Menschen aufzuspüren. In einem Fall bin ich sogar eigenständig auf die bioelektrische Komponente der kraniosakralen Pulsation gestoßen, obgleich ich mir dessen zum damaligen Zeitpunkt nicht bewußt war. Ich habe außerdem sehr allgemein gehaltene Vergleiche zwischen dem HP-412-A und mehreren Halbleiter-Millivoltmetern (bestehend aus Transistoren statt Vakuumröhren) angestellt, aufgrund derer ich letztere für Messungen bioelektrischer Phänomene in ihrer ganzen Bandbreite als unzureichend erachte.

Harrers Beobachtungen und Methoden zur Bioelektrizität

Harrers experimentelle Ausrüstung erfüllte oberflächlich gesehen die Anforderungen: ein Millivoltmeter mit einer Meßskala hinunter bis zu 1 mV und einem Mindestwiderstand von 10 Megaohm. Sein Instrument gehörte jedoch, worauf ich ihn bereits 1992 aufmerksam gemacht hatte, zur Sorte der Halbleitergeräte, war also grundsätzlich verschieden von den Vakuumröhren-Voltmetern, wie sie von Reich und Burr benutzt wurden. Die Unterschiede zwischen den beiden Instrumententypen sind nicht nur von Wissenschaftlern wie Reich, Burr und ihren Nachfolgern festgestellt worden. Techniker, die mit beiden Varianten vertraut sind, äußern häufig von sich aus, daß die Röhrengeräte "Anomalien" aufweisen, oftmals "verrückt spielen" oder einige Zeit brauchen, um die Meßwerte "aufzufinden". Konventionelle Ingenieure betrachten diese Schwankungen in der Erhebung im allgemeinen als zu beseitigende Störungen -- doch ich bin davon überzeugt, daß es sich dabei in Wirklichkeit um Ausdrucksformen der Lebensenergie handelt, die von der Vakuumröhrenelektronik leichter registriert werden. Im Gegensatz dazu liefert ein Millivoltmeter aus Transistoren oft Meßreihen der elektrischen Ladung, die leblos oder gar tot erscheinen. Das Gerät mag dasselbe Grundpotential messen, aber Schwankungen oder Abweichungen (Reichs "wandernde Potentiale"?) sind wahrscheinlich vermindert oder verschwinden ganz.

Meine Gespräche mit Dr. Philip Calahan, einem erstklassigen Elektroingenieur (Autor des Buches "Tuning into Nature" und Entdecker des Infrarot- bzw. Mikrowellenkommunikationssystems zwischen Pflanzen und Insekten) im November 93 haben bestätigt, daß unter Fachleuten generell Einigkeit herrscht über die ungleichen Meßergebnisse von Vakuumröhren- und Halbleiterinstrumenten bei ein und demselben Phänomen. Weitere wohlbekannte Tatsachen: Musikliebhaber berichten häufig über die unterschiedliche Qualität von Ton- und Frequenzabstimmung bei Halbleiter- im Gegensatz zu den alten Röhrenverstärkern -- für Rockmusiker sind letztere mit ihrem wärmeren Klang noch immer die Geräte der Wahl. Techniker beschreiben sie als "reicher an Harmonien und Obertönen", Musiker bezeichnen das schlicht als "having guts or balls". Militäringenieure geben darüberhinaus zu, daß die Röhrenelektronik widerstandsfähiger gegenüber elektromagnetischen Schocks ist als die Halbleitervariante. Im Rahmen der Orgonphysik könnte man diese verschiedenen Beobachtungen auf eine Orgonaufladung der Vakuumröhren zurückführen, was, verglichen mit den Transistorinstrumenten, schon von sich aus eine höhere Anregung (Resonanz?) bedeutet.

Nachdem Harrer bei Nutzung des Halbleitergerätes negative Resultate erhalten hatte, wären ein Wechsel zu einem Voltmeter des Röhrentyps und die Durchführung einer Reihe von Kontrollversuchen zum Vergleich der beiden Modelle unbedingt erforderlich gewesen, bevor irgendwelche Schlüsse hinsichtlich der Bedeutung seiner Ergebnisse für die Bewertung der Reichschen Experimente gezogen wurden. Die einzig berechtigte Feststellung, die er aufgrund seiner Arbeiten hätte treffen können, wäre demnach gewesen, daß ihm unter Verwendung einer anderen Sorte von Millivoltmeter eine erfolgreiche Wiederholung von Reichs bioelektrischen Experimenten nicht gelungen ist.

Es gab noch einige weitere Probleme bei Harrers Untersuchungen zur Bioelektrizität, wo er von Reichs Originalprotokollen abgewichen war. Als ich mir den Versuchsaufbau in seinem Labor in der Berliner Müllerstraße ansah, benutzte er statt zweien eine Vielzahl von Elektroden -- was ich in Anbetracht der ursprünglichen Studien Reichs für eine Verkomplizierung halte und außerdem eine Testperson viel zu sehr ablenkt, deren subtile Empfindungen man erfassen möchte. Wichtiger noch: Reich untersuchte Gefühlsreaktionen bei Menschen im Stadium sexueller und emotioneller Erregung, während Harrer sich mit Versuchspersonen in meditativen Zuständen beschäftigte. Ich hatte zudem den Eindruck, daß die Beteiligten eine vornehmlich geringe emotionelle Ausdrucksfähigkeit besaßen. Schon allein die beiden zuletzt genannten Faktoren, die Schwerpunktsetzung auf die Meditation mit gefühlsmäßig eingeschränkten Individuen, würden eher flache Aufzeichungen des Voltmeters erwarten lassen. Und somit überraschte es mich nicht, zu erfahren, daß "er Reichs bioelektrische Forschungen nicht nachvollziehen konnte". Tatsächlich hat es den Anschein, als ob Harrer gänzlich andere Versuche unternommen hätte, die lediglich äußerst oberflächlich gesehen Ähnlichkeiten mit Reichs Arbeiten besitzen.

Zu dem Zeitpunkt, als ich Harrers Labor in der Müllerstraße besuchte, hatte er meinen Erinnerungen zufolge nicht einmal die grundlegenden wandernden Potentiale mit den aufgesetzten Spitzen des Herzschlags gefunden. Dies war meines Erachtens ein Problem der Anordnung der Elektroden und womöglich auch eine Folge des Versäumnisses, ein Voltmeter aus Vakuumröhren zu verwenden. Eine Rolle spielte vermutlich außerdem die mangelnde emotionelle Ausdrucksfähigkeit der Versuchspersonen bzw. ihr meditativer Zustand. Daraufhin habe ich Harrer die folgenden konkreten Ratschläge gegeben:

1. Besorge dir ein Millivoltmeter aus Vakuumröhren für vergleichende Studien.
(Ich nannte Harrer Name und Adresse einer Firma in den USA, die gebrauchte Meßinstrumente vertreibt und das erwähnte HP-412-A-Modell, überholt und kalibriert, für ca. 400 Dollar anbietet.)

2. Halte dich genauer an Reichs Protokolle und benutze nur zwei, nicht Dutzende von Elektroden.

3. Versuche nicht, Experimente über emotionelle und sexuelle Erregung durchzuführen, ohne zuallererst deutliche Meßreihen des wandernden Potentials mit den Spitzen des Herzschlages gewonnen zu haben. Als nächsten Schritt nimm dir vor, bereits bekannte Fluktuationen im wandernden Potential nachzuweisen, wie z.B. die kraniosakrale Pulsation, Auswirkungen bestimmter Muskelbewegungen, Schwankungen in Abhängigkeit der Tageszeit oder allein den leichten Anstieg und Abfall des Potentials infolge der Atmung. Solange du diese zugrundeliegenden Faktoren nicht erfaßt und verstanden hast, solltest du die anspruchsvollere Aufgabe, vegetative Erregungen zu messen, nicht in Angriff nehmen.

4. Verwechsle nicht die Meditation, deren Absicht es ist, die emotionelle Energie ruhigzustellen, mit Reichs bioelektrischen Experimenten, welche das spontane Element der emotionellen Energie zum Inhalt hatten.

5. Arbeite mit gefühlsmäßig frei beweglichen Testpersonen, die möglichst nach objektiven Gesichtspunkten ausgewählt werden und keine Ahnung haben, worum es bei den Versuchen geht.
(Harrer hatte mir gegenüber einmal geäußert, Studenten der Musik-, Kunst- oder Theaterwissenschaften einsetzen zu wollen, da diese vermutlich eine intensivere emotionelle Ausdrucksfähigkeit besäßen als seine sonstigen Mitarbeiter, welche, soweit ich mich erinnere, entweder naturwissenschaftlichen oder psychologischen Fachbereichen angehörten. Dies wäre wenigstens ein vernünftiger erster Schritt gewesen, das Problem emotioneller Beweglichkeit bei Versuchspersonen anzugehen.)

6. Beschäftige dich mit den Aufzeichnungen Harold S. Burrs zum Thema Bioelektrizität und den vergleichbaren Forschungen Robert Beckers. Letzterer wendet mittlerweile bioelektrische Methoden an, um das Nachwachsen amputierter Gliedmaßen bei kleinen Säugetieren zu stimulieren; eine Meisterleistung, die darauf hindeutet, daß die chemischen Prozesse der DNS schwachen Gleichstrompotentialen (welche Ähnlichkeiten mit Orgon haben) untergeordnet sind.

Meines Wissens hat Harrer jede der aufgezählten zweckmäßigen Empfehlungen völlig ignoriert und keinerlei sachliche Änderungen hinsichtlich seiner experimentellen Verfahrensweise vorgenommen. Solange er die oben angeführten Vorbehalte nicht eindeutig entkräften kann, sind seine Ergebnisse im Bezug auf Reichs bioelektrische Studien ohne Belang und seine Schlußfolgerungen hinfällig. Wenn seine Resultate jenes Ausmaß an Relevanz, das er ihnen beimißt, auch tatsächlich erreichen sollen -- d.h. eine generelle Widerlegung der Entdeckungen Reichs zur Bioelektrizität zu begründen -- müßte er zu allen Kritikpunkten konkret Stellung nehmen. Jeder einzelne von ihnen kommt als Ursache für sein Scheitern baim Versuch der Wiederholung von Reichs Forschungsarbeiten in Frage.


Die Temperaturdifferenz im Orgonakkumulator (To-T)

Reichs Beobachtungen und Methoden zu To-T

Die Messung der orgonotischen Temperaturdifferenz bedeutet, eines der schwierigeren Experimente Reichs zu wiederholen, da dies die Fertigkeit voraussetzt, einen geringfügigen Temperaturanstieg, einen spontanen Wärmeeffekt nachzuweisen, der im Orgonakkumulator auftritt. Man muß zunächst einen guten Akkumulator bauen, der in der Lage ist, die für die Erwärmung erforderliche Aufladung zu erreichen. Um den Kriterien der klassischen Thermodynamik Genüge zu tun, wird zweitens die Konstruktion eines Kontrollkastens mit so weit wie möglich identischen thermischen Eigenschaften (Wärmeleit- und -speicherfähigkeit) notwendig. Die für den Akkumulator typischen Metallschichten, welche theoretisch die zugrundeliegende energetische Anregung für die Wärmewirkung erzeugen, darf er allerdings nicht besitzen. Über mehrere Tage hinweg werden dann stündlich die Temperaturen zur Feststellung der Unterschiede in beiden Kästen abgelesen. Die leichte Temperaturerhöhung im Akkumulator (To-T, Temperatur im Orgonakkumulator minus Temperatur im Kontrollkasten) zeigt sich jedoch nur unter spezifischen klimatischen Bedingungen.

Der spontane Wärmeeffekt tritt hauptsächlich an sonnigen, wolkenlosen Tagen auf, wenn die Orgonaufladung an der Erdoberfläche und damit auch innerhalb des Akkumulators größer ist. Im allgemeinen verliert sich die Erscheinung zu bewölkten und regnerischen Zeiten mit der Verringerung der Orgonkonzentration am Boden und im Akkunulator zugunsten einer stärkeren Aufladung der Wolken. Klare, strahlende Tage fördern die thermische Wirkung, während eine stagnierende Atmosphäre unter Dor-Verhältnissen entweder das Phänomen zum Verschwinden bringt oder den umgekehrten Effekt auslöst: Der Orgonakkumulator ist kühler als der Kontrollkasten. Ferner müssen beide Geräte in einer Umgebung plaziert werden, wo sie vor äußeren mechanischen Temperaturschwankungen abgeschirmt sind, z.B. auf einer schattigen Veranda oder einer sonstigen möglichst überdachten Stelle.

Die gesamte Literatur zu diesem besonderen Experiment hier Revue passieren zu lassen würde den Rahmen sprengen, doch ich werde im folgenden die wichtigsten Punkte zur Vorgehensweise behandeln.

Die Methode des minimalen Akkumulators: In diesem Fall werden zwei isolierte Kästen identischen Materials und Größe hergestellt. Auf den Boden des einen wird eine einzige Lage Aluminiumfolie gelegt, um einen "Akkumulator" zu erzeugen. Für die Messung hängt man Temperaturfühler im oberen Bereich der Kästen auf. Bei diesem Verfahren wird von der Annahme ausgegangen, daß die Alufolie einen zu geringen metallischen Faktor darstellt, um mechanisch-thermische Effekte in nennenswertem Ausmaß hervorzurufen. Jegliche Erwärmung innerhalb des Akkumulators ist demnach auf die Auswirkungen der Orgonenergie zurückzuführen. Reich hatte solch ein Versuchsmodell zu Demonstrationszwecken in seinem Laboratorium in Rangeley aufgebaut. Seine Apparatur befand sich allerdings unter den bewußten idealen Umgebungsbedingungen, wie sie weiter oben bereits diskutiert wurden. Mein Haupteinwand gegen diese Herangehensweise besteht darin, daß der Experimentator in der Absicht, einen mechanischen Wärmeeffekt durch die Eigenschaften der Materialien möglichst auszuschließen, die metallischen Komponenten bei der Konstruktion des Orgonakkumulators bedeutend reduzieren muß und dabei Gefahr läuft, die Wirkungen der Orgonenergie zu beseitigen. Dies bezeichnet man als "Überkontrollieren des Experiments", wodurch das betreffende Phänomen in dem Wunsch, es objektiv zu messen, aus dem Versuch eliminiert wird.

Die Methode des maximalen Akkumulators: Dieses Verfahren ist anspruchsvoller für den Experimentator, doch potentiell lohnender. Hierbei wird ein ein- oder mehrschichtiger Orgonakkumulator aus Materialien hergestellt, die bekanntermaßen eine starke Aufladung verursachen: Wolle und Stahlwolle. Der Innenraum besteht aus Stahlplatten (kein Aluminium). Den Kontrollkasten baut man in ausreichender Größe und Dichte, um seine mechanisch-thermischen Eigenschaften denjenigen des Akkumulators weitestgehend anzupassen. Dies wird empirisch bewerkstelligt, indem man beide Geräte starken Hitze- und Kälteeinflüssen aussetzt -- direkte Bestrahlung durch Sonne oder Heizlampe, gefolgt von schattiger Kühle oder Eintauchen in ein Eiswasserbad -- und währenddessen die Innentemperatur genau verfolgt. Der Kontrollkasten wird solange mit zusätzlichem Isoliermaterial versehen (einschließlich im Innenraum, um die Stahlplatten des Akkumulators nachzuahmen), bis beide Apparate nahezu identisch auf die thermische Extrembehandlung reagieren.

Interaktion zwischen Akkumulator und Kontrolle: Bei jeder der beschriebenen Methoden müssen Orgonakkumulator und Kontrollkasten in einer gewissen Entfernung zueinander angeordnet werden -- Mindestabstand 10 cm -- um jegliche Art energetischer Wechselwirkung zwischen den beiden Geräten vorzubeugen. Sie dürfen sich außerdem nicht innerhalb einer Struktur befinden, die selbst akkumulierende Eigenschaften besitzt.

Experimentelles Umfeld: Beide Apparate sind in einer Umgebung aufzustellen, die sowohl orgonenergetischen als auch klassisch thermodynamischen Kriterien gerecht wird. Schließlich soll dem Akkumulator die Möglichkeit zur Reaktion auf orgonotische Einwirkungen gegeben werden, welche den Kontrollkasten der Theorie gemäß nicht beeinflussen dürften. Ebenso möchte man äußere mechanische Erwärmung und Konvektionsvorgänge, die zur Aufheizung bzw. Abkühlung entweder von Akkumulator oder Kontrolle führen könnten, mit Sicherheit ausschließen. Beide Geräte müssen daher vor direkter Sonneneinstrahlung -- genauso vor reflektiertem oder diffusem Sonnenlicht -- abgeschirmt werden, ferner ist für Windschutz zu sorgen. Die möglichen Veränderungen der Außentemperatur überwacht man am besten, indem man entsprechende Messungen in der unmittelbaren Umgebung vornimmt. Im übrigen darf der Standort des Experimentes nicht mit Oranur-verursachenden elektromagnetischen Störfeldern belastet sein, wie sie z.B. von nahen Hochspannungsleitungen, Stromkabeln innerhalb von Gebäuden oder einem Computer-gestützten System für die Temperaturmessungen erzeugt werden. Im allgemeinen ist der Versuch daher im Freien unter weiträumiger Überdachung ausgeführt worden, wo Akkumulator und Kontrollkasten mittels zusätzlicher Seitenwände oder speziell isolierter meteorologischer Schutzvorrichtungen gegen äußere Einwirkungen gesichert waren. Der Standort ist außerdem noch unter dem Gesichtspunkt des Fehlens jedweder Dor-Tendenzen auszuwählen. Falls Dor-Verhältnisse über einen längeren Zeitraum hinweg vorherrschen, sind eher mäßige Ergebnisse oder gar Null-Differenzen zu erwarten.

Wetterbedingungen: Bei der Durchführung des Experimentes hat man auf jeden Fall die Umgebungstemperatur mitzuberücksichtigen, da zu rasche Temperaturschwankungen den Wärmeeffekt im Akkumulator beeinträchtigen können. Der orgonotische Temperaturunterschied ist in den kontrollierten Versuchsaufbauten lediglich zu bestimmten Tageszeiten meßbar, wenn die Außentemperaturen stabil sind oder sich nur langsam verändern. Zudem muß die Wetterentwicklung beobachtet und aufgezeichnet werden, als wolkenreiche Tage bzw. Niederschläge das To-T-Phänomen aufheben oder zumindest erheblich reduzieren.

Elektronische versus Quecksilberthermometer: Reich und die meisten seiner früheren Nachfolger verwendeten Quecksilberthermometer in Glaszylindern mit einer Skaleneinteilung von 0,1 Grad Celsius, die jedoch auch zu einer geringfügig größeren Meßgenauigkeit imstande waren. Derartige Thermometer werden mit Hilfe von mechanischen Glasschleifmaschinen kalibriert, welche nach dem Siede- und Gefrierpunkt des Wassers eingestellt sind. Spätere Experimentatoren versuchten es mit elektronischen Thermistoren. Diese besitzen zwar eine hohe Empfindlichkeit, erzeugen aber selbst eine gewisse Wärmeabstrahlung und heizen somit jeden engen Raum, in den sie plaziert werden, noch zusätzlich auf. Mittlerweile wendet man elektronische Thermoelemente mit ebenso hoher Sensitivität an, die keine Eigenwärme produzieren. Wenn sie in Verbindung mit einem Computer oder analogem Aufzeichnungsgerät benutzt werden, ist es allerdings notwendig, sie individuell in Eis- bzw. kochendem Wasser zu eichen.

Meine Beobachtungen zu To-T

Meine persönlichen Erfahrungen mit Messungen der orgonotischen Temperaturdifferenz beschränken sich auf eine Reihe von Experimenten in den letzten zwanzig Jahren mit sowohl Quecksilberthermometern als auch Thermistoren. Die meiste Zeit über standen mir weder die nötige Ausrüstung noch die geeignete Umgebung zur Verfügung, welche die oben erörterten Kriterien erfüllt hätten. Ich habe niemals etwas über meine To-T-Studien veröffentlicht. Wie ich unten erläutern werde, sind einige meiner Ergebnisse jedoch beachtenswert und werfen neue Fragen hinsichtlich der Versuchsausführung auf.

Mögliche Komplikation bei To-T: Während kontrollierter Experimente über einen längeren Zeitraum 1984/85 in Kansas habe ich beobachtet, daß sich bei einem elektronischen Meßgerät sofort die Kalibrierung verschob, wenn es in den Akkumulator gebracht wurde. Nach Entfernung aus demselben schien die Eichung wieder normal zu sein. Diese seltsame Erscheinung habe ich viele Male durch gleichzeitige Messungen mit Quecksilber- und elektronischen Thermometern im To-T-Aufbau überprüft. Trotz wiederholter Eichungen in Siede- und Eiswasserbädern wichen die Anzeigen der beiden Instrumente augenblicklich voneinander ab, sobald sie sich im Orgonakkumulator befanden. Die Daten des elektronischen Gerätes wurden auf einen Kompensationsschreiber übertragen und ständig überwacht. Die Messungen der Quecksilber- und elektronischen Thermometer waren unter allen Bedingungen nahezu identisch, außer im Akkumulator. Das Quecksilberthermometer zeigte eine andere Meßgrundlinie an als das elektronische Instrument, allerdings einen ähnlichen Temperaturverlauf. Ich möchte betonen, daß ich nicht beabsichtigt hatte, diese Beobachtungen ohne sonstige Bestätigung öffentlich zu diskutieren, da ich sie für äußerst vorläufige Resultate halte, die weiterer Klärung und Überprüfung bedürfen. Ich bin mir bewußt, daß man die Möglichkeit eines völlig neuartigen und unbegründeten Phänomens nicht als stichhaltiges Argument gegen andere Forschungen ins Feld führen kann, bevor es nicht demonstriert und nachgewiesen ist. Ich wollte es daher eigentlich vermeiden, Ergebnisse öffentlich zur Diskussion zu stellen, welche ich bisher nicht belegt habe und die sich immer noch als Produkt eines experimentellen Fehlers meinerseits erweisen könnten.

1993 erhielt jedoch eine Nachricht von Viktor Milian, einem spanischen Physiker, der darin seiner Frustration über eben dieses Problem Ausdruck verlieh. Er hatte seine Versuchsergebnisse dem American College of Orgonomy unter der Formulierung "Direkte Auswirkung der Orgonenergie auf die Funktionsweise eines elektronischen Temperaturmeßgerätes" mitgeteilt. Leider verstand niemand am ACO so richtig, worüber er sprach, und seine Arbeit wurde ohne weitere Nachforschung abgelehnt. Mir jedoch öffnete sie die Augen, da Milian offensichtlich dasselbe Phänomen beschrieb, das mich zuvor beschäftigt hatte, von dessen Realität ich aber nie so ganz überzeugt gewesen war. In der nächsten Ausgabe von Pulse of the Planet werden wir diesen Versuchsbericht veröffentlichen -- doch ich empfand es als notwendig, die Thematik im Hinblick auf ihre Bedeutung für das To-T-Experiment hier bereits anzusprechen. Möglicherweise wird jener Effekt als Verfahrensfehler entlarvt werden. Doch die Beobachtungen, die unabhängig voneinander in Kansas und Spanien gemacht wurden, legen nahe, daß etwaige Temperaturdifferenzen im Akkumulator infolge elektronischer Thermometer noch sorgfältiger unter die Lupe genommen und mit Hilfe von Quecksilberthermometern überprüft werden sollten. Vielleicht mag es erforderlich werden, zum alleinigen Einsatz von Quecksilberthermometern zurückzukehren.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: sofern alle oben beschriebenen Faktoren berücksichtigt sind, wird jeder auffällige Temperaturunterschied zwischen Akkumulator und Kontrollkasten (über eine gewisse Fehlerspanne hinaus) als signifikant gewertet. Wie man sich vorstellen kann, ist dies ein zwar aufwendiges, aber nichtsdestoweniger wesentliches Experiment, wenn es ordentlich vollzogen wird. Seine außergewöhnliche Bedeutung kann man sich anhand von Einsteins Kommentar Reich gegenüber, daß die orgonotische Temperaturdifferenz "eine Bombe für die Physik" wäre, vor Augen führen. Einen weiteren Hinweis stellt die unglaubliche Aufregung dar, die Pons und Fleishman auslösten, nachdem sie einen spontanen leichten Temperaturanstieg in ihren Versuchen zur "Kalten Fusion" bemerkt hatten.

Harrers Beobachtungen und Methoden zu To-T

Meine Kritik an Harrers To-T-Experimenten gründet sich einerseits auf einen Besuch vor einigen Jahren bei ihm zu Hause, wo er mir seine Vorgehensweise schilderte, andererseits auf eine Versammlung der WRG 1993 in Berlin, zu der ich eingeladen war und wo Harrer die negativen Ergebnisse seiner Temperaturmessungen vorab vorstellte. Es erschien mir sofort klar, daß sein Aufbau "überkontrolliert" war: er hatte die oben erläuterte Methode des minimalen Akkumulators gewählt. Sowohl bei ihm zu Hause als auch auf dem WRG-Treffen erhob ich freundschaftlich konkrete Einwände und schlug ihm vor, zum schwierigeren und rigorosen Maximal-Akkumulator-Verfahren zu wechseln. Ich kann mich ziemlich genau an diesen Anlaß erinnern, weil mir mehrere WRG-Mitglieder beipflichteten, daß die Orgonenergie aus seinem To-T-Aufbau "hinauskontrolliert" worden war.

Harrers Versuchsanordnung stellte in gewisser Hinsicht eine Neuheit dar, indem sie aus je zwei Akkumulatoren und Kontrollkästen bestand, die sich in geringem Abstand voneinander im Innern einer doppelwandigen Schutzvorrichtung für meteorologische Instrumente befanden. Letztere war oberhalb des Bodens im Schatten eines Wäldchens im Berliner Stadtbereich angebracht. Die Anforderungen der klassischen Thermodynamik schienen im großen und ganzen erfüllt zu sein, doch die neuen Faktoren könnten, außer den bereits beschriebenen Problemen, noch einige weitere Fehlerquellen hinzugefügt haben. Die Anwendung mehrerer Akkumulatoren und Kontrolkästen auf eng begrenztem Raum sollte angeblich keinen Einfluß auf das Ergebnis haben, was aber nicht der Fall sein muß. Schon frühzeitig waren Harrer Temperaturunterschiede zwischen den beiden Kontrollgeräten aufgefallen, die größer waren als diejenigen zwischen Akkumulator und Kontrolle. Aufgrund dessen zog er den Schluß, daß es keine Wärmewirkung im Akkumulator gäbe -- demzufolge auch kein Orgon -- doch seine Resultate deuten auch auf andere mögliche Erklärungen hin.

Erstens könnten die Auswirkungen atmosphärischen Dors genügt haben, die Temperaturmeßwerte auf eine geringe oder sogar negative To-T-Differenz zu drücken. Zweitens läßt die im Vergleich größere Abweichung zwischen den beide Kontrollkästen eher an einen temperaturverringernden Einfluß des Akkumulators denken. Warum trat überhaupt eine Differenz auf, wenn man sich vergegenwärtigt, daß der einzige Unterschied zwischen Akkumulator und Kontrolle in einem schmalen Metallstreifen am Boden der einen Kiste bestand? Dies bedarf immer noch einer Erklärung. Drittens weisen Harrers Ergebnisse darauf hin, daß seine meteorologische Abschirmung nicht gegen mechanisch verursachte Temperaturschwankungen des Umfeldes gefeit war.

In meinen Augen hätte Harrer, nachdem er im ersten Anlauf die negativen Resultate erhalten hatte, als nächsten vernünftigen und angemessenen Schritt sein Experiment an einen anderen Ort verlegen müssen, wo sich der Temperaturunterschied zwischen den beiden Kontrollapparaten nicht mehr einstellte. Nur nach Ausschaltung der mechanischen Veränderungen der Umgebungstemperatur käme seinen Messungen irgendeine Bedeutung zu. Vor allen Dingen könnte seine Abschirmung des Versuchsaufbaus -- die meteorologische Schutzvorrichtung unter Bäumen im Berliner Stadtgebiet -- nicht ausreichend gewesen sein. Alle erfolgreichen To-T-Experimente fanden unter fast vollständig abgedunkelten Bedingungen statt, wie sie z.B. von überdachten Veranden oder geschlossenen Räumen geboten werden, die aber seitlich und oberhalb der Versuchsanordnung noch hinlänglich Platz lassen (mindestens ein bis zwei Meter). Entsprechende Dachkonstruktionen könnten einen grundlegend anderen Einfluß auf das Experiment ausüben -- sowohl thermisch als auch orgonotisch -- als eine Abschirmung durch Bäume.

Im übrigen hatte ich Harrer vorgeschlagen, einen der beiden Akkumulatoren zu entfernen oder zumindest den Abstand zwischen Akkumulatoren und Kontrollkästen zu vergrößern -- ebenso den Schutzraum -- da man mit einer energetischen Wechselwirkung zwischen den Akkumulatoren rechnen muß. Ich verwies ihn diesbezüglich auf die Arbeiten des Biologen Frank Brown, der bei seinen Forschungen zur "biologischen Uhr" beobachtet hatte, daß eine Kultur von Bohnensprossen das Wachstum einer anderen energetisch beeinflußte -- die eine wuchs höher als die andere -- wenn die Schalen mit der Aussaat nahe beieinanderstanden. Sobald der Abstand zwischen den beiden wenigstens 10 cm betrug, verschwand der Effekt; wurde die Distanz verringert, tauchte er wieder auf. Browns Ergebnisse erinnern an das Phänomen des Orgonotischen Potentials, welches hier durch die Energiefelder der beiden Kulturen zu wirken scheint.

Einen weiteren bedeutenden Faktor bildet die oben bereits erwähnte allgemeine Dor-Atmosphäre in Berlin. Hat Harrer die Wetterentwicklung verfolgt (das Auftreten bewölkter, regnerischer bzw. trockener und sonniger Tage), um herauszufinden, zu welchen Zeiten der Akkumulator am besten funktioniert? Hat er atmosphärische Dor-Verhältnisse berücksichtigt, indem er zur Einschätzung des Ausmaßes an Dunst entweder die generelle Sichtweite oder etwas in der Art des "Baker-Dor-Indexes" anwendete? Falls nicht, lehnt er dann einen Einfluß von Dor ab, der in Amerika zumindest teilweise für minimale oder gar negative To-T-Messungen verantwortlich gemacht wird? Schon Dor alleine könnte die Ursache dafür sein. Nochmals: Reichs Experimente fanden in einer hochgelegenen, dicht bewaldeten und relativ unberührten Gegend des ländlichen Maine statt, welche die meiste Zeit des Jahres über frei von Dor-Belastungen ist. Die Atmosphäre enthielt damals sogar noch weniger Dor als heutzutage, wenn man den Dunstschleier und die Sicht als Indikatoren zu Hilfe nimmt. Im Gegensatz dazu ist die Berliner Region fast während des gesamten Jahres von leichten bis schweren Dor-Bedingungen betroffen.

Alle hier diskutierten Punkte, mit Ausnahme des Problems von elektronischen versus Quecksilberthermometern, sind Harrer gegenüber in freundschaftlicher und konstruktiver Art und Weise offen zur Sprache gebracht worden. Ich habe jedoch den Eindruck, daß sie in den Versuchsaufbau und die Durchführung erneuter Messungen kaum einbezogen wurden. Die Richtigkeit meiner Vermutung vorausgesetzt, sind seine To-T-Experimente bestenfalls äußerst provisorisch, eher vom Rang einer studentischen Pilotstudie, und können nicht als ernsthafte und überzeugende Anläufe zur Wiederholung dieses besonders empfindlichen und anstrengenden experimentellen Verfahrens gewertet werden. Reichs Resultate sowie diejenigen seiner Nachfolger sind von Harrers Ergebnissen nicht wirklich erschüttert worden.


Die VACOR-Experimente

Reichs Beobachtungen und Methoden zu VACOR

Die VACOR-Experimente (VACOR = Vakuum + Orgon) gehören zu den am wenigsten nachvollzogenen Untersuchungen Reichs, da die erforderlichen Voraussetzungen hinsichtlich des experimentellen Umfeldes sowie des ungewöhnlichen Versuchsobjekts nicht leicht zu erfüllen sind. Die Forschungen besitzen einige Tragweite im Bezug auf die Ionisationstheorie zu Leuchteffekten und Teilchenfluß innerhalb von Vakuumröhren und damit auf die grundlegenden Annahmen über das Wesen der Radioaktivität. Die unerläßlichen Vorbedingungen für die Vorbereitung des Experiments sind die folgenden:

1) Ein Laboratorium in einer hochgelegenen (mindestens 1000 Meter), möglichst bewaldeten Umgebung mit geringer Luftfeuchtigkeit.

2) Ein Orgonakkumulator mit sehr hoher Aufladung. Reich benutzte einen von den Ausmaßen eines Zimmers, in welchem sich mehrere Akkumulatoren in Personengröße und unterschiedlicher Intensität befanden, darunter ein paar mit zwanzig Schichten.

3) Vakuumröhren mit Glaskolben, die einen Restgasdruck von höchstens 0,5 micron aufweisen. Für die gesamte Versuchsreihe sind Röhren mit verschiedenen Elektrodenanordnungen vonnöten.

4) Durchführung der Experimente unter bestimmten kosmisch-solaren Gegebenheiten, die eine maximale Aufladung und Anregung sowohl des Akkumulators als auch der Vakuumröhren bewirken. Reich unternahm seine VACOR-Studien Mitte der fünfziger Jahre, einem Zeitraum hoher Sonnenfleckenaktivität. Dieses Phänomen steht in Wechselbeziehung mit Sonnenprotuberanzen sowie intensiverem Auftreten von Polarlicht und geomagnetischen Veränderungen.

Meine Beobachtungen zu VACOR

Meine Erfahrungen mit VACOR sind eher begrenzt, aber nicht aufgrund von Mangel an Interesse. 1978 erwarb ich Vakuumröhren im Wert von rund 500 Dollar von der Firma Electrotechnic in Chikago, die schon Reichs Röhren hergestellt hatte. Ich habe eine Aufladung der Instrumente jedoch nie in Angriff genommen, da mir bisher keine Laborbedingungen zur Verfügung standen, die den oben aufgezählten Punkten 1), 2) und 4) entsprochen hätten. Jeder Versuch, die Röhren unter Umständen aufzuladen, welche den erforderlichen Voraussetzungen nicht gerecht werden, wäre zwecklos. Stattdessen verbrachte ich eine Menge Zeit im Labor für physikalische Chemie der Universität Kansas, wo Vakuum-Quecksilberdampfpumpen in Gebrauch waren, und studierte die Eigenschaften des Hochvakuums mit einigen der Forscher dort aus erster Hand. Ich konnte außerdem verschiedene technische Feinheiten bezüglich der Herstellung und Versiegelung von Glaskolben für Vakuum-Experimente verfolgen und erlernen.

In späteren Jahren gelang es mir, Neonröhren und Leuchtdioden aufzuladen und ein paar einfache Luminationserscheinungen zu erzeugen -- so z.B. das spontane Aufglühen einer orgongeladenen Neonröhre, sobald man sie in die Hand nimmt. Dieses Phänomen blieb allerdings niemals konstant und ereignete sich nur unter Zuständen hoher Ladung, wie sie zu Vollmondzeiten oder bei größerer solarer Aktivität vorherrschen. Ich kenne daher die Hauptanforderungen, die an eine angemessene Durchführung der VACOR-Experimente zu stellen sind, und war ziemlich schockiert angesichts Harrers überaus nachlässiger Vorgehensweise.

Harrers Beobachtungen und Methoden zu VACOR

Harrers Versuche verfehlten mindestens die Punkte 1), 2) und 4). Seine Röhren wurden von relativ schwachen Akkumulatoren in der feuchten, meist Dor-belasteten Atmosphäre der Berliner Tiefebene aufgeladen. Selbst mit einem zwanzigschichtigen Orgonakkumulator hätten seine VACOR-Röhren nicht die energetische Stärke und Qualität erreicht, die Reich in Rangeley erzielte. Dieser Aspekt müßte jedem klar sein, der sich schon mal in den Bergen aufgehalten und die hohe Ladung am eigenen Leib gespürt hat. Sie verursacht eine Expansion des vegetativen Systems allein schon, wenn man dort oben schlicht umherwandert, ohne daß dafür ein Akkumulator nötig wäre. Außerdem unternahm Harrer seine Experimente in einer Zeit (1992/93) geringer Sonnenfleckentätigkeit. Reich war sich gewiß, daß dieser Faktor einen erheblichen Einfluß auf seine VACOR-Resultate genommen hatte, und ein selbst oberflächliches Studium des Sonnenfleckenphänomens weist auf eine Reaktion der Erde in Form vermehrter globaler Wetterturbulenzen als Folge eines allgemeinen Anstiegs des Energielevels hin.

Was Harrers Vakuumröhren betraf, erklärte er mir, daß sie von einem Mann angefertigt würden, dessen Verfahren "rigoroser" sei als dasjenige der Firma Electrotechnic. Da Harrer jedoch die Wiederholung der von Reich beschriebenen Effekte nicht gelang, behauptete er daraufhin, Reichs Röhren seien nachgegast, und die somit hineingelangte Luft stelle die Ursache für die beobachteten Erscheinungen dar. Falls Reichs Röhren tatsächlich undicht waren, könnte Harrer recht haben, doch ein Beweis dafür ist nie erbracht worden. Die Technologie der Herstellung und permanenten Versiegelung von Vakuumröhren existiert seit langem und hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verbessert. Die von Electrotechnic verwendeten Spezifikationen und Materialien waren qualitativ höchstwertig, und Reich veröffentlichte sogar eine Abhandlung über die große Sorgfalt und Präzision des Unternehmens bei Zusammenbau, Reinigung und Versiegelung der Röhren.

Der Hersteller, der Harrer beliefert hatte, bot mir ebenfalls seine Vakuumröhren an, allerdings zu einem exorbitant hohen Betrag (mehr als 1000 Dollar pro Stück, soweit ich mich erinnere). Ich erkundigte mich schriftlich nach seinen Werkstoffen und Verfahrensweisen bezüglich Evakuierung, Säuberung und Versiegelung der Röhren, doch mein Brief blieb ohne Antwort. Dieses Schweigen angesichts wichtiger Fragen sowie der offensichtlich übersteigerte Preis hinterließen bei mir ein mißtrauisches Gefühl, und ich fordere Harrer nun noch ergänzend dazu auf, seine Behauptungen über die angeblich hohe Qualität seiner Vakuumröhren zu dokumentieren und zu beweisen.

Demgegenüber produziert Electrotechnic seit vielen Jahrzehnten Vakuumröhren und verkauft sie rund um die Welt, hauptsächlich an Universitätsprofessoren zu Demonstrationszwecken in Physikvorlesungen. Die Anfertigung der Geräte heutzutage unterscheidet sich nicht nennenswert von derjenigen zu Reichs Zeiten. Harrers Aussagen zufolge seien die Röhren ein bis zwei Jahre, nachdem Reich sie erhalten hatte, in wesentlichem Umfang nachgegast. Wenn Electrotechnic routinemäßig derart undichte Röhren hergestellt hätte, wären sie schon lange aus dem Geschäft gewesen. Falls Harrer die Firma kritisieren möchte, muß er deutlicher werden und genau angeben, welche der verwendeten Materialien fehlerhaft waren. Ferner hat er Beweise für mangelhafte und defekte Röhren vorzulegen. Meinem Eindruck nach hat Harrer seine unbegründeten Vorwürfe nur deshalb erhoben, weil er Reichs positive Ergebnisse nicht wiederholen konnte. Solcherart Äußerungen sind völlig ungerechtfertigt und können sich nicht auf vernünftige und nachgewiesene Fakten stützen.

Zusammenfassend ist zu sagen, daß Harrers experimentelles Vorgehen bei den VACOR-Untersuchungen in keiner Weise den Originalbedingungen der Reichschen Forschungen entspricht. Seine Experimente stellen keinen wirklichen Nachvollzug dar.


Orgonmotor-Experimente

Es war amüsant, Harrer behaupten zu hören, er hätte "den Orgonmotor nachgebaut" und damit bewiesen, daß "er nicht funktionierte" bzw. "ein Artefakt eines bekannten physikalischen Phänomens" sei. Wie allgemein bekannt ist, sind die Einzelheiten des Orgonmotors niemals vollständig publiziert worden. Ebensowenig hat Reich je den sogenannten "Y-Faktor" enthüllt, jenen Bestandteil, der den Betrieb der Maschine ermöglichen sollte. Solange dieser nicht veröffentlicht ist, kann jemand den Nachvollzug nur durch Vorführung eines funktionierenden Motors beweisen. Die Widerlegung einer kaum beschriebenen und generell unbekannten Wirkungsweise aufgrund einer mißlungenen Demonstration zu beanspruchen, ist unlogisch. Ein Wissenschaftler kann nie den Nachweis führen, daß etwas "nicht existiert" -- höchstens daß es existiert. Harrers Behauptungen über den Orgonmotor, egal wie elegant sie formuliert sein mögen, gleichen dem Unterfangen, anhand von flugunfähigen Modellen ohne Tragflächen "beweisen" zu wollen, daß ein Flugzeug nicht fliegen könne. Solange er nicht die vollständigen Konstruktionspläne des Orgonmotors aus den Reich-Archiven zur Verfügung hat und ihn danach zusammenbaut, kann er keine Aussage darüber treffen, ob der Motor tatsächlich funktioniert oder nicht.

Dieser spezielle Bestandteil der Reichschen Forschungen ist jedenfalls bisher nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden und daher als Experiment für den Nachweis oder die Widerlegung der Existenz der Orgonenergie ungeeignet. Selbst wenn Reich sich beim Orgonmotor hundertprozentig geirrt hätte, würde dies nichts über die Gültigkeit seiner übrigen Arbeiten besagen.


Zusammenfassung und Diskussion

Auf der Grundlage meiner persönlichen Begutachtung von Herrn Harrers Versuchen habe ich den Eindruck gewonnen, daß er einen technisch fehlerhaften und oberflächlichen Anlauf unternommen hat, einige von Reichs Experimenten "zu wiederholen". Seine fachlichen Kenntnisse waren vom Standpunkt der klassischen Physik her gesehen meist ausreichend, aber seine Herangehensweise in den entscheidenden Punkten von Versuchsaufbau und -durchführung entsprach nicht den strengen Anforderungen der Orgonbiophysik. Er scheint im großen und ganzen weder vertraut zu sein mit den feineren Details von Reichs experimentellen Originalprotokollen noch mit den Forschungen anderer Wissenschaftler auf diesem Gebiet -- wie z.B. Burr, Piccardi, Miller, Brown, Reichelt und Calahan -- deren Entdeckungen auf eine Bestätigung der Orgontheorie hindeuten.

Harrers umfassende Folgerungen, Orgonenergie "existiere nicht" etc. sind genauso unbegründet und unhaltbar wie in den fünfziger Jahren die Meinung der Food and Drug Administration, die Reichs Bücher verbrannte. Selbst wenn er bei einem oder mehreren der obigen Versuche ein unwiderruflich negatives Ergebnis erzielt hätte, würde dies keine Bewertung der restlichen von Reich entwickelten experimentellen Methoden zum objektiven Nachweis des Orgons erlauben. Beispiele hierfür sind die Bione, Energiefeldeffekte von Bionen und Blut, subjektive Lichtphänomene, Orgonakkumulator-Einflüsse auf Pflanzen und Tiere sowie vom Akkumulator verursachte Veränderungen bei Elektroskopentladungen, Luftfeuchtigkeit und Wasserverdunstung, Geiger-Müller-Zählern und der Rotationsschwelle von Radiometern. Ferner wären die ungewöhnlichen Röntgenbilder von "Geistererscheinungen" in VACOR-Röhren, das Oranur-Experiment oder die Wirkungen des Cloudbusters anzuführen. Ich bin verblüfft darüber, wie Harrer, ausgehend von ein paar Versuchen (unabhängig von seinen Resultaten), Reichs gesamtes wissenschaftliches Werk so umfassend verdammen konnte.

Solange Harrer meine Kritik nicht Punkt für Punkt eindeutig widerlegt, sind seine Ergebnisse ohne Bedeutung für Reichs Forschungen und seine negativen Schlußfolgerungen ungerechtfertigt. Das wissenschaftliche Werk Wilhelm Reichs über die Orgonenergie bleibt bestehen und davon unberührt.


Nachtrag vom Oktober 1995

Im Sommer 1994 wurde ich zu einer gemeinsamen Vorlesung von Bernhard Harrer und Prof. Jurek Myszkowski eingeladen, bei der Harrer irgendetwas präsentieren sollte. Er weigerte sich jedoch, als er von meiner Anwesenheit erfuhr. Im Januar 95, anläßlich eines von mir zum Thema Waldsterben organisierten Wochenend-Seminars, drang Harrer darauf, einen Vortrag zu halten und verlangte mehrere Stunden Redezeit für seine Gegendarstellung. Ich lehnte sein Ansinnen für den ersten Tag ab und schlug stattdessen den nächsten Tag vor. Außerdem bestand ich auf einem Referat in englischer Sprache, um ihn verstehen zu können. Leider wurde mir mit Zustimmung und Unterstützung einiger Mitglieder der WRG die Kontrolle über die Veranstaltung entzogen. Harrers Vortrag fand zu Beginn des Treffens statt und schmiß damit meine eigentliche Diskussionsthemen- und Terminplanung für die zwei Tage über den Haufen. Harrer ließ sich zudem nicht davon abbringen, sein Referat auf deutsch zu halten, und machte es mir demzufolge unmöglich, ihm im Detail zu folgen. Dies werte ich als weiteren Beweis dafür, daß er meine Kritik als irrelevant oder trivial erachtet.

Die anschließende Aufzählung ergab sich allerdings mit Hilfe von Simultanübersetzungen der wichtigsten Passagen durch Bernd Senf und Marc Rackelmann klar und deutlich:

1) Harrer unternahm keinen Versuch, die Vorbehalte in meiner Offenen Kritik zu entkräften. Stattdessen erhob er neue Vorwürfe gegen Reichs biophysikalische Arbeiten.

2) Er bemängelte Reichs Interpretation der Experimente zur Elektroskopentladung betreffs Orgonspannung. Dies war ein neuer Einwand.

3) Er behauptete, Orgonenergie als zugrundeliegenden Mechanismus des Cloudbusters widerlegt zu haben.

4) Er unterstellte, Orgonakkumulator und Cloudbuster arbeiteten nicht mittels Orgonenergie, sondern seien vielmehr irgendwie "parapsychologische Geräte".

Zu Punkt 3) wollten Bernd Senf und ich von ihm wissen, wie er denn die Cloudbusting-Experimente durchgeführt hätte. Harrer weigerte sich strikt, auf unsere kritischen Fragen einzugehen, und hatte auch keine Antworten parat, als er auf die Beanstandungen seiner Arbeiten in meiner Offenen Kritik angesprochen wurde. Im späteren Verlauf des Treffens versuchte er, die Reaktionen verschiedener Personen bezüglich seines Vortrags auf Band aufzunehmen, doch die Gruppe versagte ihm einstimmig die Erlaubnis. Es gab freundliche Bemerkungen von Anwesenden, die Harrer persönlich mochten, aber auch deutliche Kommentare, daß er seine Untersuchungen nochmal überprüfen und die kritischen Aussagen in Betracht ziehen solle.

Bisher hat Harrer auf keinen einzigen meiner in der Offenen Kritik erhobenen Einwände reagiert, sein öffentliches Auftreten gegen Reich jedoch fortgesetzt. Er stellt weiterhin Behauptungen auf, die durch keinerlei Fakten gestützt werden, und attackiert auf verächtliche Art und Weise Reichs Glaubwürdigkeit und Fähigkeiten als Naturwissenschaftler. Bis zum jetzigen Zeitpunkt, Oktober 95, hat er weder detaillierte Beschreibungen seiner Experimente vorgelegt noch einen wirksamen Gegenbeweis zu den Vorwürfen in dieser Offenen Kritik angetreten.

Postscript 1998

In 1997, some of Mr. Harrer's negative conclusions, but no explicit experimental details or hard data, were published in: "Über Wilhelm Reichs Oranur-Experiment (I)" Bernard Harrer und Christian Rudolph, Verlag Zweitausendeins, 1997. Nothing contained in this book addressed or refuted the points given in Dr. DeMeo's Open Critique, and Mr. Harrer has so far not made any public disclosure of the crucial details of his experiments.

Postscript 2008

Since the time of this publication in 1994, a lot of new experimental work has been undertaken at OBRL, providing even more positive proof of Reich's experimental discoveries. A listing of my published research papers, some of which are available as PDF downloads, is given on my Academia.edu webpage:
https://orgonelab.academia.edu/JamesDeMeo

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